Fellwechsel bei Hund und Katze: Was jetzt wirklich hilft

Fellwechsel bei Hund und Katze: Was jetzt wirklich hilft

Ab September verlieren Hund und Katze ihr Sommerfell. Sechs bis acht Wochen lang liegen Haare auf Sofa, Teppich und Kleidung. Mit der richtigen Pflege verkürzt du diese Phase spürbar – und deinem Tier geht es dabei besser.

Warum der Fellwechsel im Herbst beginnt

Nicht die Temperatur steuert den Fellwechsel, sondern das Licht. Werden die Tage kürzer, schüttet der Körper mehr Melatonin aus – das Signal, das Sommerfell abzustossen und dichtere Unterwolle aufzubauen. Deshalb beginnt der Wechsel bei den meisten Tieren zuverlässig im September, unabhängig davon, ob der Herbst warm oder kühl ausfällt.

Bei Wohnungskatzen und Hunden, die viel drinnen leben, verschiebt sich der Rhythmus oft. Künstliches Licht und konstante Raumtemperatur führen dazu, dass der Fellwechsel weniger deutlich, dafür über das ganze Jahr verteilt abläuft. Das ist kein Grund zur Sorge, macht regelmässiges Bürsten aber umso wichtiger.

Wie lange dauert es?

Rechne mit sechs bis acht Wochen. Bei Rassen mit dichter Unterwolle – Berner Sennenhund, Australian Shepherd, Maine Coon, Norwegische Waldkatze – kann es länger dauern und deutlich mehr Haare bedeuten. Kurzhaarige Tiere haaren ebenfalls, nur fällt es weniger auf, weil die Haare kürzer und feiner sind.

Hund und Katze brauchen Unterschiedliches

Katzen putzen sich selbst und verschlucken dabei viel loses Haar. Das Ergebnis sind Haarballen, die im schlimmsten Fall den Magen-Darm-Trakt belasten. Wer seine Katze im Fellwechsel täglich bürstet, entfernt die Haare, bevor sie im Magen landen – das ist der wichtigste Grund, warum Bürsten bei Katzen mehr ist als Kosmetik.

Hunde putzen sich nicht. Bei ihnen geht es darum, die abgestorbene Unterwolle aus dem Fell zu holen, bevor sie verfilzt. Verfilzte Stellen ziehen an der Haut, können sich entzünden und lassen sich später nur noch herausschneiden.

1. Richtig bürsten

Hund mit einer Hundebürste im Maul
Fünf Minuten täglich reichen – wenn sie regelmässig stattfinden.

Zweimal pro Woche reicht in normalen Zeiten. Im Fellwechsel darf es täglich sein – fünf Minuten genügen, wenn sie regelmässig stattfinden.

  • Kurzhaar: Gummistriegel oder Handschuhbürste. Sie nehmen lose Haare auf, ohne die Haut zu reizen.
  • Mittellang bis lang: Zupfbürste mit gebogenen Drähten. Sie erreicht die Unterwolle, ohne das Deckhaar auszureissen.
  • Dichte Unterwolle: Unterwollbürste oder Striegel, danach mit einer weichen Bürste nacharbeiten.

Beginne immer am Rücken und arbeite dich zu den empfindlichen Stellen vor – Bauch, Innenschenkel, hinter den Ohren. Dort entstehen Verfilzungen zuerst, dort ist die Haut aber auch am dünnsten.

Stösst du auf einen Knoten, zieh nicht daran. Ein Entfilzungsspray weicht die Stelle auf, danach lässt sie sich meist mit den Fingern und der Bürste lösen. Bei grossflächigen Verfilzungen ist der Hundesalon die bessere Wahl als die Schere.

2. Haut und Fell pflegen

Häufiges Baden schadet mehr, als es nützt – es wäscht den natürlichen Fettfilm aus und trocknet die Haut aus. Wenn schon, dann mit einem Shampoo für Tiere und maximal alle paar Monate.

Sinnvoller sind Pflegeprodukte, die nach dem Bürsten aufgetragen werden. Ein Haarbalsam macht das Fell geschmeidig, sodass sich weniger Knoten bilden. Für zwischendurch – nach dem Spaziergang, bei schmutzigen Pfoten – reichen Feuchttücher oder Pflegehandschuhe.

3. Von innen unterstützen

Fell besteht zu rund 90 Prozent aus Keratin, einem Eiweiss. Im Fellwechsel produziert der Körper in wenigen Wochen eine komplette neue Haarschicht – der Bedarf an hochwertigem Protein und bestimmten Nährstoffen steigt entsprechend.

  • Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Hautbarriere und den Glanz. Lachsöl lässt sich einfach über das Futter geben.
  • Nachtkerzenöl liefert Gamma-Linolensäure, die bei trockener, schuppiger Haut hilft – etwa im Haut-und-Fell-Öl von Dr. Berg.
  • Biotin und Zink sind an der Keratinbildung beteiligt. In hochwertigem Alleinfutter sind sie enthalten; bei stumpfem Fell kann eine Ergänzung sinnvoll sein.

Wichtig: Öle langsam einschleichen, mit wenigen Tropfen beginnen und über eine Woche steigern. Zu viel Fett auf einmal schlägt auf die Verdauung.

Wann du zum Tierarzt solltest

Katze mit schuppiger Haut im Fell
Schuppen, kahle Stellen oder ständiges Kratzen gehören abgeklärt.

Fellwechsel bedeutet: Das Tier verliert Haare gleichmässig, die Haut darunter sieht gesund aus, das Verhalten ist normal. Auffällig wird es, wenn:

  • kahle Stellen entstehen, besonders symmetrisch an beiden Körperseiten
  • sich das Tier ständig kratzt, leckt oder beisst
  • die Haut gerötet, schuppig oder verkrustet ist
  • das Haaren über Monate anhält, ohne dass sich neues Fell zeigt
  • Müdigkeit, Gewichtsveränderung oder Trinkverhalten dazukommen

Dahinter können Parasiten, Allergien oder hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion stecken. Das gehört abgeklärt, nicht mit Pflegeprodukten behandelt.

Haare in der Wohnung: was wirklich hilft

Hundehaare auf einem Sofa
Was in der Bürste landet, landet nicht auf dem Sofa.

Der beste Trick ist der offensichtlichste: Was in der Bürste landet, landet nicht auf dem Sofa. Wer täglich fünf Minuten bürstet, spart sich das Staubsaugen mehrfach.

Dazu kommen ein paar praktische Punkte: Bürste möglichst draussen oder auf einer Decke, die sich ausschütteln lässt. Eine feuchte Gummihandschuh-Hand zieht Haare aus Polstern besser heraus als jeder Aufsatz. Und Decken auf den Lieblingsplätzen sind schneller gewaschen als eine Couch gereinigt.

Häufige Fragen

Wie oft soll ich im Fellwechsel bürsten?
Täglich, wenn möglich – fünf Minuten reichen. Bei Katzen mit langem Fell und bei Hunden mit dichter Unterwolle ist tägliches Bürsten in dieser Phase der grösste Hebel.

Mein Hund mag das Bürsten nicht. Was tun?
Kurz halten, mit unempfindlichen Stellen beginnen und mit einem Snack abschliessen. Oft liegt es an der Bürste: Ein zu harter Striegel auf dünner Haut tut weh. Ein weicheres Modell ändert manchmal alles.

Hilft Scheren gegen das Haaren?
Nein. Bei Hunden mit Unterwolle stört Scheren sogar den natürlichen Wechsel und kann dazu führen, dass das Fell ungleichmässig nachwächst. Ausnahme sind stark verfilzte Stellen, die ein Profi entfernt.

Wie lange dauert der Fellwechsel bei Katzen?
Ebenfalls sechs bis acht Wochen. Wohnungskatzen haaren dafür oft ganzjährig etwas.

Ab wann wirken Öle fürs Fell?
Rechne mit vier bis sechs Wochen. Haare wachsen langsam – ein Effekt zeigt sich erst am neu gebildeten Fell, nicht am bestehenden.

Kurz zusammengefasst

Der Fellwechsel im Herbst dauert sechs bis acht Wochen und wird vom Tageslicht ausgelöst. Tägliches Bürsten mit der zum Felltyp passenden Bürste ist die wirksamste Massnahme – bei Katzen zusätzlich gegen Haarballen. Pflegeprodukte halten das Fell geschmeidig, Omega-3-Öle unterstützen von innen. Bei kahlen Stellen, starkem Juckreiz oder veränderter Haut gehört das Tier zum Tierarzt.

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