Hunde und Pferde zusammenführen (Teil 1/2)

Hunde und Pferde zusammenführen (Teil 1/2)

Eigentlich kann es nicht funktionieren: Das „Raubtier“ Hund und das Fluchttier Pferd zusammenzuführen. Und doch ist es möglich. Mit konsequenter Erziehung und Vertrauensbildung kann aus Hund und Pferd nicht nur eine Zwecksgemeinschaft entstehen, sondern ein richtiges Team, in dem jeder seinen Spass hat.

Wichtig dabei ist:

  • Den Hund im Zweifelsfall besser unter- als überfordern.
  • Falsche Verhaltensweisen des Hundes im Alltag ohne Pferd korrigieren.
  • Immer die Bedürfnisse von Hund UND Pferd im Auge behalten.

So geht das Zusammenführen von Hund und Pferd Schritt für Schritt:

Grundgehorsam deines Hundes

Übe mit deinem Hund die wichtigsten Regeln, wenn ihr im Stall seid: Er muss immer bei dir bleiben, bzw. an dem Ort, den du ihm zuweist. Reithalle, Pferdeboxen, Weide und Aussenplatz sind für den Hund tabu. Fremde Menschen oder Autos werden nicht bellend und schwanzwedelnd begrüsst, es werden keine Löcher gebuddelt, keine Bandagen zerbissen und keine Geschäftchen in der Stallgasse erledigt. Ausserdem musst du deinem Hund ein klares Abbruchkommando wie „Nein“ beibringen. Erst wenn diese Regeln sitzen, kann das Zusammenführen mit dem Pferd beginnen.

Gewöhnung des Hundes an Pferd und Stall

In den ersten Wochen solltest du deinen Hund spielerisch an das Pferd gewöhnen. Sollte dein eigenes Pferd dabei eher von zappeliger Natur sein, übst du besser zuerst mit einem ruhigen Leihpferd, bis dein Hund seine neuen Aufgaben verinnerlicht hat. Sorge zu Beginn dafür, dass das Pferd ruhig steht. Dann lass die Tiere aneinander schnuppern. Am besten gehst du dabei in die Hocke, um mit deinem Hund auf Augenhöhe zu sein.

Am einfachsten ist es, wenn du deinen Hund bereits als Welpe mit in den Stall nehmen kannst. Bei erwachsenen Hunden hängt das Vorgehen von seinen Vorerfahrungen, seinem Ausbildungsstand und seiner Rasse ab.

„Geh auf deine Decke“

Ein sinnvolles tägliches Trainingsprogramm für Freizeitreiter mit Hund sieht ungefähr wie folgt aus:

  • 10 Minuten Arbeit mit deinem Hund am Pferd.
  • 40 Minuten Reiten ohne Hund.
  • Danach eine gemeinsame Schrittrunde.

In den 40 Minuten, in denen dein Hund alleine ist, sollte er sich auf einen immer gleichen Platz – am besten mit Decke – zurückziehen können. Dort muss er nicht unbedingt „Platz“ machen, sondern kann auch im Sitz oder im Stand bleiben. Das Kommando „Decke“ heisst also einfach, dass er an dem zugewiesenen Ort verweilen muss, egal in welcher Haltung. Etabliere dieses Kommando frühzeitig, um andere Kommandos wie „Sitz“ und „Platz“ nicht kaputt zu machen.

Auf dem Pferd mit dem Hund spazieren gehen

Baue für den nächsten Trainingsschritt mithilfe von leicht hochgelegten Cavaletti eine ca. 1 Meter breite Gasse entlang der Bande oder Reitplatzaussenseite. Gehe zunächst nur mit deinem Hund hindurch. Dabei läufst du innerhalb der Cavaletti-Bande entlang während dein Hund auf deiner linken Seite im „bei Fuss“ läuft. Lerneffekt: Dein Hund versteht, in welcher Position er laufen soll.

Grafik von petcenter.ch zu Training zum Zusammenführen von Hund und Pferd

Dann kommt das Pferd ins Spiel. Es geht nun rechts von dir innerhalb der Cavaletti-Bande. Der Hund bleibt links. Achte beim Führen beider Tiere darauf, dass dein Hund „bei Fuss“ bleibt. Anfangs kannst du ihn dabei an die Leine nehmen, damit du ihn besser unter Kontrolle hast.

Grafik von petcenter.ch zu Training zum Zusammenführen von Hund und Pferd

Als nächsten Schritt brauchst du die Unterstützung eines Helfers, der dich von unten unterstützt, während du auf dem Pferd sitzt. Dein Helfer und du nehmen den Hund beide an die Leine. Du selbst bleibst jedoch die Bezugsperson des Hundes. Der Helfer ist nur als zusätzliche Korrekturmöglichkeit da.

Geh mit dem Pferd durch die Cavaletti-Gasse und führe den Hund dabei an der Leine. Der Helfer sollte ausserhalb der Cavaletti-Bahn auf der linken Seite deines Hundes laufen, damit ihr euch nicht gegenseitig behindert. Solltest du deinen Hund über die Leine korrigieren müssen, tu dies nicht über einen heftigen Ruck, sondern lediglich durch ein klares „Signal“ nach hinten. Lobe deinen Hund herzhaft, wenn er korrekt läuft.

Grafik von petcenter.ch zu Training zum Zusammenführen von Hund und Pferd

Weitere Tipps zur Annäherung von Hund und Pferd findest du im 2. Teil

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