Afrikanischer Weissbauchigel

Afrikanischer Weissbauchigel

Du möchtest dir einen Afrikanischen Weissbauchigel anschaffen? Hier erfährst du mehr zur Herkunft, dem Verhalten und der Haltung dieser Igelart. 

Steckbrief: Afrikanischer Weissbauchigel

Deutsche Bezeichnung: afrikanischer Weissbauchigel, Zwergigel, Vierzehenigel
Vorkommen:  Sambia, Senegal, Sudan
 Gebiete: trockenes Grasland, Savannen, Gärten
Aktivitätsphase:  Dämmerungs-/Nachtaktiv
Ruhephase: in der Natur Juni – September
Körpergrösse: 15cm -25 cm
Gewicht: 250g – 650 g
Geschlechtsreife: ca. 2 Monate
Tragzeit: ca. 35 – 45 Tage
Wurfgrösse: 1 – 10 Jungtiere
Ernährung: Insekten, kleine Reptilien, Jungvögel, junge Kleinsäuger, Eier
Lebenserwartung: ca. 5 – 8 Jahre

Die Herkunft des Weissbauchigels

Schon vor ca. 80 Millionen Jahren lebten igelartige Insektenfresser auf der Erde und haben somit einen festen Platz in der Entwicklungsgeschichte der Tierwelt. Igel zählen zu den Säugetieren und werden in zwei Unterfamilien eingegliedert:

  • Rattenigel (Grosser und Kleiner Rattenigel, Spitzmausigel, Hainan- und Phillipinen-Rattenigel)
  • Stacheligel (Kleinohrigel, Braunbrustigel, Weisbrustigel, Chinesischer Igel, Afrikanischer Igel, Steppenigel, Langohrigel, Wüstenigel)

Weissbauchigel werden oft auch Zwergigel oder Vierzehenigel genannt. Das liegt daran, dass sie sehr klein sind und an den Hinterbeinen nur 4 Zehen haben. Alle anderen Igelarten haben 5 Zehen. Eine verblüffende Ähnlichkeit hat der Weissbauchigel mit dem Weissbrustigel. Allerdings wird der Weissbrustigel fast doppelt so schwer und ist in Osteuropa zu Hause.

Das Verhalten des Weissbauchigels

Afrikanische Weissbauchigel sind nachtaktiv und werden meist – mit Zeit und Geduld – sehr zahm und zutraulich, sind jedoch keine Kuscheltiere. In ihrem Eigenheim brauchen sie sehr viel Auslauf und spielen gerne (miteinander). Als Spielzeuge eignen sich Schaumgummibälle mit Glöckchen, Papprollen sowie alles was ein kleiner Igel bewegen kann und keine Verletzungsgefahr bietet.

Die Haltung des Afrikanischen Weissbauchigels

Do’s – so macht die Igelhaltung Sinn

  • Das Igelheim sollte auf eine Temperatur von ca. 24 °C beheizt werden können oder in einem ca. 24°C warmen Raum stehen. Wird es den Igeln zu kalt, verfallen sie in eine Art Winterruhe, was auf Dauer sehr ungesund bzw. sogar tödlich ist.
  • Da die Afrikanischen Weissbauchigel sehr viel Auslauf brauchen, wird eine Länge von ca. 1,5 m empfohlen, wobei gilt: Ein Igelheim kann nie zu gross sein.
  • Igel sind keine Nagetiere und knabbern daher keine Kabel, Teppiche oder Möbel an. Jedoch musst du darauf achten, wo sie hinein, dahinter oder hinauf klettern können.
  • In der freien Natur sind Igel Einzelgänger, doch die domestizierten Nachzuchten können meist problemlos in Gruppen gehalten werden. Gerade Igelmädchen können zusammen gehalten werden, während bei Igelböckchen eher Schwierigkeiten und Stress auftreten. Daher sollte man bei Böckchen grundsätzlich die Möglichkeit einer Trennung gewährleisten können.
  • Bitte erkundige dich bereits vor der Anschaffung des Igels, ob es in deiner Nähe einen Tierarzt hat, welcher Erfahrungen mit Weissbauchigeln hat.
  • Da viele Zimmerpflanzen giftig für die Igel sind, dürfen diese dazu keinen Zugang haben. Hier eine Auflistung der bekanntesten, aber giftigen Zimmerpflanzen: Agave, Aloe, Alpenveilchen, Amaryllis, Aronstab, Azaleen, Bogenhanf, Christrose, Christusdorn, Chrysantheme, Clivie, Dieffenbachie, Efeu, Efeutute, Eibe, Engelstrompete, Farne, Feigenbaum, Flamingoblume, Geranie, Hakenlilie, Hortensie, Hyazinthe, Ilex, Immergrün, Kalla, Krokus, Kroton, Lebensbaum, Liguster, Mahonie, Maiglöckchen, Mistel, Mittagsblume, Myrte, Narzisse/Osterglocke, Oleander, Primeln, Passionsblume, Rizinus, Stechapfel, Wandelröschen, Weihnachtsstern, Wolfsmilchgewächse, Zimmerazalee, Zimmerkalla, Zwergmispel.

Dont’s – Tu dies nicht!

  • Halte deine Igel nicht in einem Gitterkäfig oder einer Plastikbox, sondern in einem Terrarium. Die Gitterkäfige bieten oft nicht die benötigte Grundfläche und können die nötige Temperatur nicht aufrecht halten. 
  • Nimm den Igel nicht mit ins Freie. Dies stresst den Igel unnötig. Zudem gibt es in der freien Natur natürliche Feinde und allerhand Krankheitserreger.
  • Der Weissbauchigel ist dämmerungs- und nachtaktiv und sollte in seinem natürlichen Tagesrhythmus nicht gestört werden
  • Halte niemals ein Weibchen und einen Bock dauerhaft zusammen. Es wird nicht nur zu unerwünschtem Nachwuchs führen, sondern die Igel sind einem ständigen Hormonschub ausgesetzt, welcher sehr schädlich für ihre Gesundheit ist. 
  • Bade deinen Igel nicht und lass ihn auch nicht schwimmen – auch wenn es in zahlreichen YouTube-Clips zu sehen ist. In der freien Natur schwimmt ein Igel niemals freiwillig.
  • Ein Afrikanischer Weissbauchigel gehört nicht in ein Kinderzimmer oder in die alleinige Obhut von Kindern. Sie sind keine Kuscheltiere, sind nicht tagaktiv und können nachts einen rechten Radau machen.

Die Einrichtung des Igelheims

Beim Einrichten des Terrariums oder des Igelzimmers gibt es einiges zu beachten, damit dieses schön und tiergerecht ist:

  • Für jeden Igel braucht es ein eigenes Haus, eine Wasserschale, ein Futterteller und eine kleine Schüssel für Mehlwürmer.
  • Afrikanische Weissbauchigel lieben Versteckmöglichkeiten, sorge also dafür, dass solche vorhanden sind.
  • Kleintierstreu als Bodengrund
  • Ecktoilette mit Katzeneinstreu – manche Igel werden stubenrein
  • Sandbad
  • Bei mehreren Etagen sollten die Aufgänge für die Igel angepasst und absturzsicher gestaltet werden. In der Regel klettern Igel zwar gern, jedoch nicht so gut.
  • Dein Igel braucht in den Abendstunden bzw. nachts regelmässig – am besten täglich – Auslauf. Optimal ist natürlich eine ständige Auslaufmöglichkeit.
  • Empfohlene Länge des Auslaufs: 1.5 m (wobei gilt: je mehr, desto besser)
  • Raumtemperatur: 22 – 25 °C tagsüber, nachts nicht unter 20 °C
  • Im Winter eine Heizmatte zur Hälfte unter dem Haus, zur Hälfte daneben platzieren. So kann der Igel aussuchen ob er warm liegen möchte oder nicht.

Futter für Weissbauchigel

Ernähre deine Igel mit hochwertigem Futter und artgerecht. Igel sind Insektenfresser. Hier kann folgendes auf dem Speiseplan stehen: Heuschrecken, Grillen, Schaben, kleine Schnecken, Mehlwürmer etc. Dabei bitte keine Insekten aus der freien Natur sammeln und füttern. Diese können Krankheiten übertragen. 
Abgerundet wird die artgerechte Ernährung mit hochwertigem Katzentrockenfutter und ab und an Katzen- oder Frettchennassfutter. Wichtig ist hierbei, dass es getreide- und zuckerfrei ist und möglichst einen hohen Fleischanteil hat, z.B. Wildcat oder Dr. Berg. Als Abwechslung kannst du den Igeln auch ein gekochtes Ei, eine aufgetaute Babymaus, Hühnchen, Hühnerherzen/-mägen oder Rinderhackfleisch füttern.

Achtung: Füttere deine Afrikanischen Weissbauchigel nicht mit handelsüblichem Igelfutter. Dieses ist zu fetthaltig und für europäische Igel gedacht, welche für eine Überwinterung angefüttert werden müssen.

 
Titelbild: © Igelparadies.de. All Rights Reserved.

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