Kaninchen im Winter: Muss ich den Kaninchenstall winterfest machen?

Kaninchen im Winter: Muss ich den Kaninchenstall winterfest machen?

Der Herbst ist da – und somit kommt auch der Winter langsam aber sicher näher. Während wir uns in der kalten Jahreszeit einfach einen Pullover oder eine dicke Jacke anziehen können, sieht das bei den Kaninchen schon ganz anders aus. Sie bzw. ihren Stall musst du auf den Winter vorbereiten.

Zuerst aber die gute Nachricht: Kaninchen haben ein dickes Fell, welches ihnen gerade im Winter gut gelegen kommt. So ist es für die Nager eher die Hitze oder rasche Temperaturwechsel, die ihnen zu schaffen machen. Achte daher darauf, dass du die Nager nicht ständig von draussen nach drinnen ins Warme holst und dann wieder nach draussen bringst. Damit kommen die Tiere gar nicht klar.

2 Möglichkeiten, den Hasen im Winter entgegenzukommen

Doch trotz dickem Fell kannst du die Tiere nicht einfach bei Minustemperaturen und Schnee draussen sich selbst überlassen. Sobald kalte Temperaturen drohen (meist ab September/Oktober) solltest du die Überwinterung der Kaninchen in Angriff nehmen:

1. Kaninchen ins Innere holen

Eine Möglichkeit, den Kaninchen die Überwinterung zu vereinfachen, ist es, den Stall nach Innen zu verlegen, bspw. in die Garage oder in einen Schopf.
Aber Achtung: Auch bei dieser Möglichkeit musst du grosse Temperaturschwankungen vermeiden. Daher die Kaninchen bitte erst ab Ende April bis Anfang Mai wieder ins Freie lassen.

2. Den Kaninchenstall winterfest machen

In der freien Natur kommen Kaninchen mit der Kälte durchaus klar und schlüpfen in Erdlöcher und Bauten, um den eisigen Temperaturen zu trotzen. Die gleiche Möglichkeit sollten sie auch bei der Überwinterung im Stall haben. Statte den Stall also mit mehr Einstreu und Heu aus. Dies isoliert den Stall und zudem können sich die Hoppler ein warmes „Nest“ bauen.
Ideal ist eine dicke Schicht Kleintierstreu. Mindestens 8cm Streu-Schicht sind angebracht, um den Stall gut zu isolieren. Über die Einstreulage wird dann grosszügig Stroh oder Heu gegeben. Prüfe nach kurzer Zeit nochmal, ob die Kaninchen das Heu wild in der Gegend verteilt haben und sie somit nochmals Nachschub brauchen. Besonders beliebt scheinen bei Kaninchen auch sogenannte Nagerteppiche zu sein. Diese werden zusammen mit Einstreu und Heu im Stall ausgebreitet und halten den Stall kuschelig warm.

Je nach Bauart des Stalles – bspw. wenn die Wände eher dünn gebaut sind – kannst du den Stall mit speziellen Abdeckplanen, Styroporplatten, Wolldecken oder einem Teppich von aussen isolieren. Diese Materien gibt es in jedem Baugeschäft und können problemlos zugeschnitten werden. Achte beim Abdecken des Stalls darauf, dass du diesen auf keinen Fall komplett einpackst. Die Kaninchen benötigen eine gute Luftzufuhr.

Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit durch die Bodenplatten des Stalls dringt, bspw. wegen des Schnees, kannst du den Stall auf Stelzen stellen oder grosse Steine darunterlegen. Zudem macht es Sinn, die Bodenplatte des Stalls von aussen mit einer dicken Folie abzudichten, damit die Feuchtigkeit nicht ins Holz eindringt.

Zwei braune Kaninchen draussen im Schnee

Wie ist es mit dem Trinkwasser?

Bei kalten Temperaturen gefriert Wasser in den herkömmlichen Wasserspendern und Trinkautomaten schnell. Auch hier gibt es ein paar Gegenmassnahmen:

  • Die falsche Lösung ist es, den Kaninchen heisses Wasser anzubieten. Dabei können schnell gesundheitliche Probleme auftreten. Lauwarmes Wasser reicht vollkommen aus.
  • Tausche das Wasser 2 bis 4 Mal pro Tag aus, damit es nie komplett gefriert und die Kleinen immer genug Wasser haben.
  • Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung eines beheizbaren Trinkgefässes. Die integrierte Heizung hält das Wasser auf einer für das Kaninchen angenehmen Temperatur.
  • Auch ein Trinknapf kann helfen. Aufgrund der grösseren Wassermenge dauert es hier länger, bis das Wasser gefriert und die Kaninchen haben mehr Zeit zum Trinken.

Ein weiteren Tipp: Entferne täglich Urinstellen. Diese verunreinigen nicht nur den Kaninchenstall, sondern durch die nassen Stellen können sich die Kaninchen auch erkälten.

Notfallplan für einen sehr kalten Winter: die Heizmatte

Bei einem sehr kalten Winter mit dauerhaften Temperaturen im zweistelligen Minusbereich braucht es mehr als ein dickes Fell und einen isolierten Stall. Die Nager brauchen eine zusätzliche Wärmequelle. Hierfür kannst du beispielsweise eine Heizplatte verwenden. Diese kannst du kurz in der Mikrowelle erwärmen und bleibt dann recht lange Warm. Wenn du so eine Platte in den Stall legst, werden die Kaninchen sich gern daraufsetzen und die Wärme geniessen.
Wichtig ist hier, dass die Platte nicht den ganzen Stall füllt. Die Hoppler sollen jederzeit die Wahl haben, ob sie auf der Wärmeplatte liegen wollen oder nicht. Zudem solltest du keine elektrisch betriebene Heizmatte nutzen. Da Kaninchen alles anknabbern, besteht hierbei Stromschlaggefahr.

Quellen: kaninchen-haltung.com / kaninchenstallwelt.de
Bilder: © Shutterstock

 

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