BARF: Dein Hund, der Fleischfesser

BARF: Dein Hund, der Fleischfesser

Immer mehr Hundebesitzer setzen bei ihrem Hund auf die Rohfütterung, das sogenannte BARFen (Biologisch artgerechte Rohfütterung). Die zertifizierte Ernährungsberaterin Dania Ruckstuhl gibt dir Einblicke ins BARFen und erklärt dir die Vorteile der Rohfütterung von Fleisch für die Gesundheit deines Hundes. 

Die Trockenfutter- und Fertigfutter wurden nach dem zweiten Weltkrieg entwickelt und bestanden überwiegend aus Getreide weil das Fleisch zu dieser Zeit extrem knapp war. Obwohl sich die Zeiten und die Lebensqualität – Fleisch ist keine Seltenheit mehr – geändert haben, hat sich dies leider beim Hundefutter nicht geändert. Getreide ist bei den meisten normalen Trockenfutter noch immer der grösste Bestandteil, z.T. besteht dieses bis zu 80% aus Getreide.

Hunde sind von Natur aus Fleischfresser

Man mag sich nun fragen was daran schlimm ist, schliesslich ist der Hund kein Wolf mehr. Aber wenn man an den Ursprung des Hundes, den Wolf denkt, hat sich diese Frage eigentlich schon beantwortet. Der Wolf ist eine Carnivore, ein Fleischfresser. Als sich der Wolf uns Menschen angeschlossen hat, hat sich dieser von den Resten der Tiere ernährt, welche die Menschen gejagt haben: Knochen, Eingeweiden, Augen und anderes. Er hat den Menschen bestimmt nicht die gesammelten Beeren geklaut.

Viele Hundebesitzer gehen davon aus oder sind gar überzeugt, dass der Hund heutzutage schon lange nichts mehr mit dem Wolf gleich hat und sich somit auch gut ohne Fleisch ernähren kann. Dies ist nicht der Fall. Denn bis sich ein Verdauungsstrakt ganz umstellen kann vergehen ca. 10’000 Jahre. Der Wolf bzw. Hund dürfte über diese Jahre keine Fleischprodukte verzehren und sich auch nicht mit einem Fleischfresser paaren. Da dies unmöglich ist, funktioniert der Verdauungsappart des Hundes auch heute noch wie der des Wolfes.

Rohfütterung – die gesunde Hundeernährung

Immer mehr Hunde erkranken heute an Allergien, Unverträglichkeiten, nicht-diagnostizierbaren Krankheiten und Stoffwechselstörungen. Deshalb BARF bzw. Rohfütterung. Wenn du deinen Hund mit Rohfütterung ernährst, weisst du, dass du deinen Vierbeiner seinem Ursprung nach ernährst und nicht nur fütterst. Als Hundehalter weiss man genau, was in den Napf kommt und muss sich keine Sorgen über irgendwelche Stoffe z.B. Chemie, Geschmacksverstärker oder undefinierbare Deklarationen machen. Man weiss genau wie viel Fleisch wirklich in den Napf kommt.

Meist gehen viele Haut- und Fellprobleme rasch weg wenn man sein Tier auf BARF umstellt, und auch die Vitalität des Tieres verbessert sich. Stinkende Hunde, Mundgeruch und Blähungen verschwinden meist ganz nach der Umstellung. Die Kotmenge reduziert sich massiv, denn es ist nicht normal, dass ein Hund 3 Mal oder mehr am Tag Kot absetzt. Die Menge Kot, die Hunde absetzen, hat viel mit der Qualität des Futters zu tun – wenn fast so viel hinten raus kommt wie vorne reingeht, musst du dir ernsthafte Gedanken machen.

BARF ist weder teuer noch extrem zeitaufwändig

Viele Leute scheut der Aufwand, den Hund zu „BARFen“, da zu teuer, zu aufwendig, zu kompliziert…die Argumente können endlos erweitert werden. Jedoch gibt es auch viele Argumente, die dafür sprechen:

  • Die Kosten des Tierarztes können meist auf das „Impfen“ reduziert werden, da es sonst gar keine andere Gründe mehr gibt, zum Tierarzt zu gehen. Denn es gibt mittlerweile auch zur Wurmprophylaxe und zum Ungezieferschutz (z.B. Zecken) viele natürlich Alternativen, welche ideal in der Ernährung eingesetzt werden können.
  • Das Argument, dass BARF teurer ist, scheint meist nur auf den ersten Blick so. Denn wenn man vergleicht, was ein „hochwertiges“ Trockenfutter kostet und man den Fleischanteil vergleicht bzw. die Qualität der Inhaltsstoffe, ist BARF definitiv günstiger.
  • Viele Leute meinen sie hätten keine Zeit, das Futter täglich frisch zuzubereiten. Natürlich ist es zeitintensiv, den Gemüse- und Obst-Mix täglich frisch zuzubereiten. Jedoch kann dies auch gut in einer grossen Menge vorbereitet und in den entsprechenden Portionen eingefroren werden.
  • Der Einkauf dieser Produkte beansprucht im Normalfall keine zusätzliche Zeit, denn anstelle des Trockenfutters kaufst du bei deinem Zoofachhändler bzw. Haustierzubehör-Laden einfach Frischfleisch für deinen Hund ein oder bestellst dies Online. Das benötigte Obst und Gemüse kannst du beim normalen Einkauf mit einkaufen.
  • BARF-Mischungen sind nicht optimal, jedoch zur Überbrückung sicher eine Möglichkeit, z.B. in den Ferien oder unterwegs.

Bei der Ernährung von unserem Hund sind wir in der Verantwortung gegenüber unserem Haustier. Wir sind selbst verantwortlich, wie wir uns ernähren. Unser Hund kann dies nicht selbst entscheiden. Deshalb stehen wir in der Pflicht, unseren Vierbeiner artgerecht zu ernähren. Durch artgerechte Ernährung, welche dem Ursprung unserer Tiere entspricht, können wir die Gesundheit unserer Tiere fördern.

Für weitere Informationen zum Thema BARFen deines Hundes hilft die das petcenter.ch-Team gerne weitere. Zudem bieten wir Ernährungspläne, angepasst auf deinen Hund, sowie hilfreiche Lektüre an.

Giphy-Quelle: gipyh.com

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