Hundezucht: Der Welpe im neuen Zuhause

Hundezucht: Der Welpe im neuen Zuhause

Bis zur 14. Lebenswoche befindet sich der Welpe in der Sozialisierungsphase. Jetzt ist es wichtig, dass du dem jungen Hund liebevoll und konsequent seine Grenzen aufzeigst, wenn er neu bei dir einzieht und mit dir zusammen den Alltag bestreitet.

Erziehung und Training ist angesagt

Bis etwa zur 14. Lebenswoche ist dein Welpe in der sogenannten Sozialisierungsphase. In der freien Natur würde der Welpe jetzt vom Rüden erzogen werden. Diese Aufgabe müssen wir Menschen übernehmen – auch wenn dies nicht immer einfach ist, denn der Welpe ist ja so unglaublich süss! Du musst dem jungen Hund liebevoll und konsequent seine Grenzen aufzeigen.
In der Sozialisierungsphase ist der Kontakt zu anderen Welpen und Hunden, neuen Geräuschen, neuen und unterschiedlichen Bodenbelägen und natürlich auch zu fremden Menschen extrem wichtig. Es bildet sich nämlich die Basis für das zukünftige Verhalten deines Hundes – die wohl wichtigste Zeit in der Entwicklung. Alle Fehler in dieser Zeit sowie alle erlebten Unsicherheiten und Ängste können sich ein Leben lang auf deinen Hund auswirken.

Der Welpe sammelt Eindrücke

Welpen sollten während der Sozialisierungsphase möglichst viel lernen. Dabei musst du aufpassen, dass du deinen Welpen nicht überforderst. Ansonsten kommt der Hund aufgrund der Reizüberflutung nicht mehr zur Ruhe. Wichtig: Nutze die aktiven Phasen deines Welpen und geh immer in kleinen Schritten vor. Der Welpe muss und soll nicht alles an einem Tag lernen.
Denn zu lernen gibt es genug: Andere Hunde und Welpen, fremde Menschen, unbekannte Haustiere, Autos, Autofahren, die Tierarztpraxis, Kinder, das Brummen des Staubsaugers, Radios, Fernseher, Aufzüge und vieles mehr sollten nun auf dem Trainingsplan stehen. Ziel des Ganzen ist ein selbstbewusster Umgang mit unterschiedlichen Situationen sowie Bindungsfähigkeit. Beides sind wichtige Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Hund.

Französische Bulldogge Welpe spielt mit auf dem Sofa mit einem roten Ball

Mit dem Welpen das Alleinsein üben

Für den Welpen steht nicht nur viel Neues auf dem Programm. Er muss auch das Alleinsein lernen. Auch wenn du vielleicht denkst, dass das nicht sein muss weil bei dir eh immer jemand zuhause ist, sollte das trotzdem geübt werden. Denn sollte einmal ein Notfall eintreten und keine Möglichkeit bestehen, dass jemand mit dem Hund zuhause bleibt, kann dein Vierbeiner damit umgehen.

Das Alleinsein wird in kleinen Schritten über eine längere Zeit hinweg geübt:

  • Zuerst sind es räumliche Trennungen, du bist z.B. in der Küche während der Welpe im Wohnzimmer bleiben muss.
  • In einem nächsten Schritt gehst du beispielsweise in den Keller oder in die Waschküche und der Welpe muss in der Wohnung bzw. in der oberen Etage bleiben.
  • Dann verlässt du das Haus bzw. die Wohnung für 5 Minuten und steigerst das allmählich. Wichtig: Wenn du zurückkommst, solltest du – so schwer es auch ist – deinen Hund ignorieren, auch wenn dieser hocherfreut ist. Erst wenn er sich beruhigt hat kannst du ihn streicheln und loben.

Hilfreich für diese Trainingseinheiten ist, wenn du vorab mit deinem Hund ausgiebig gespielt hast oder spazieren warst. Dadurch ist der Welpe schon müde und wird sich einfacher auf die Situation einlassen.

Dalmatiner Welpe draussen im Gras mit einem Spielzeug am Spielen

Die Ruhe im Alltag finden

Es gibt Welpen, die bringen „die Ruhe“ von Anfang an mit. Sie legen sich hin, beobachten oder schlafen und wenn man sie dann auch sein lässt, hat man das Thema Ruhe schon gemeistert. Bei den anderen sollte von Beginn weg konsequent daran gearbeitet werden. Denn wer will zuhause schon einen hyperaktiven Vierbeiner?

Gerade bei Familien mit Kindern empfehlen wir, dem Hund eine Ruhezone einzurichten. Das kann ein Bett, eine Decke, eine Höhle oder sonst ein ruhiger Wohlfühl-Platz sein. Wenn der Hund sich dorthin zurückzieht, heisst das für die Kinder, dass der Hund tabu ist und nicht gestört werden darf.

Die Ruhe bzw. Pause sollte aber auch im hektischen Alltag funktionieren; auf der Strasse, in einem Restaurant, bei der Arbeit. Gehe z.B. bei einem Spaziergang zu einer Sitzbank oder setz dich auf eine Treppe und lasse den Welpen beobachten, vielleicht legt er sich sogar hin und schläft. Das wäre doch super, denn so wird Erlebtes gefestigt und der Hund lernt, dass für ihn nicht immer Action sein muss, wenn es drumherum turbulent zu und her geht.

Akita Inu Welpe schläft

Das Jagen abtrainieren

Als Züchter wird man oft gefragt: „Aber jagt er denn auch bestimmt nicht?“

Das Jagen ist im Urinstinkt des Hundes, welcher bekanntlich vom Wolf abstammt, und man tut gut daran, es von klein auf zu unterbinden. Es beginnt schon damit, dass der Welpe zu Hause eine Fliege „jagt“ oder auf einem Spaziergang einem Blatt im Wind nachspringt. Sieht ja sehr süss aus, ist aber bereits der Beginn vom Jagen. All diese kleinen Vorboten können mit Ablenkung wie Spielen unwichtig gemacht werden und der Jagdtrieb wird so nicht unnötig gefördert.

Viele weitere Tipps bekommst du auch in der Welpenstunde, welche viele Hundeschulen bis zur 14. oder 15. Lebenswoche des Welpen anbieten. Danach wird bereits in die Junghunde-Gruppe gewechselt und der Ernst des Lebens beginnt 😉

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Bilder: Shutterstock

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